1. Haus
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Das 1. Haus in der Astrologie wird als das Haus des Selbst bezeichnet. Es beginnt am Aszendenten – jenem Zeichen, das zum Zeitpunkt der Geburt am östlichen Horizont aufsteigt – und markiert die Schwelle zwischen der inneren Welt und der äußeren Erfahrung. Dieses Haus regiert Identität, äußeres Erscheinungsbild, instinktives Verhalten und die Art und Weise, wie man sich der Welt präsentiert. Es ist die Linse, durch die alle anderen Elemente des Horoskops gefiltert werden, und gilt daher als einer der persönlichsten und wirkungsvollsten Bereiche des Geburtshoroskops.
Astrologisch offenbart das 1. Haus, wie Energie initiiert wird und auf welche Weise der Mensch neuen Erfahrungen begegnet. Planeten, die sich in diesem Haus befinden, sind besonders prägend für die Persönlichkeit und die Herangehensweise an das Leben und werden oft auch für andere unmittelbar sichtbar. Das Zeichen an der Hausspitze (der Aszendent) gibt dem gesamten Horoskop eine grundlegende Färbung und beeinflusst nicht nur das äußere Auftreten, sondern auch das innere Gerüst, mit dem das Leben bewältigt wird. Es spiegelt Temperament, Lebenskraft und das Selbstbild wider, das angestrebt und zum Ausdruck gebracht werden möchte.
Aus psychologischer und spiritueller Sicht spricht das 1. Haus von der Reise des Werdens. Es steht für das Entstehen des Selbst – den Funken des „Ich bin“ – und lädt dazu ein, Fragen nach Authentizität, Verkörperung und Selbstbehauptung zu stellen. Das Verständnis dieses Hauses eröffnet Einsichten darüber, wie die Seele in die Welt tritt, sich dem Fluss des Lebens stellt und beginnt, ihre einzigartige Geschichte zu gestalten. Hier ist die Geburtsstätte der Präsenz, wo die Identität erstmals das Licht der Welt erblickt.
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