Foundations of Astrology: Regiomontanus

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Das Regiomontanus-Häusersystem ist eine quadrantenbasierte Methode zur Teilung des Horoskops, die im 15. Jahrhundert von dem deutschen Mathematiker und Astrologen Johannes Müller, bekannt als Regiomontanus, entwickelt wurde. Wie andere Quadrantensysteme beginnt es mit dem Aszendenten und dem Medium Coeli, um die Grundstruktur des Horoskops zu verankern. Anschließend wird jedoch nicht die Ekliptik, sondern der Himmelsäquator in zwölf gleiche Abschnitte unterteilt. Die Häuserkanten (Hausspitzen) werden vom Erdäquator auf den Tierkreis projiziert, was zu unterschiedlich großen Häusern führt, deren Größe je nach geografischer Breite und Geburtszeit variiert. Historisch gewann das Regiomontanus-System während der Renaissance an Bedeutung und wurde besonders von Astrologen wie William Lilly geschätzt, vor allem in der Stundenastrologie – einer Form der Astrologie, die sich auf die Beantwortung konkreter Fragen konzentriert. Die mathematische Strenge dieser Methode galt als besonders passend für den wissenschaftlichen Geist jener Zeit und wird bis heute für ihre Klarheit bei der Zeitbestimmung und der ereignisorientierten Deutung geachtet. Die heutige Relevanz des Regiomontanus-Systems liegt in seiner Verbindung zu traditionellen Analysemethoden und seinem Wert für zeitbezogene astrologische Arbeit. Symbolisch spiegelt es eine Weltanschauung wider, die Bewegung, Perspektive und Präzision in den Mittelpunkt stellt – und damit Einblick in das Wechselspiel zwischen den Himmelsbewegungen und menschlichen Lebensumständen bietet. Für diejenigen, die sich zu den klassischen Wurzeln der Astrologie hingezogen fühlen, bildet Regiomontanus eine Brücke zwischen antiker Technik und der Verfeinerung der Renaissance. Es erinnert daran, dass die Architektur des Horoskops stets ein Spiegel von Raum und Zeit ist.
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