Grundlagen der Astrologie: Campanus
◇ ✦ ◇
Das Campanus-Häusersystem ist eine raumbasierte Methode der Horoskopteilung, die vom italienischen Mathematiker und Astrologen Giovanni di Campano im 13. Jahrhundert entwickelt wurde. Im Gegensatz zu zeitbasierten Systemen wie Placidus oder Koch teilt Campanus den Ersten Vertikal—den Großkreis, der durch Zenit, Nadir und die Ost-West-Punkte des Horizonts verläuft—in zwölf gleiche 30-Grad-Segmente. Diese Segmente werden dann auf die Ekliptik projiziert, um die Häuserspitzen zu bestimmen, wodurch Häuser ungleicher Größe entstehen, die je nach geografischer Breite variieren.
Was Campanus auszeichnet, ist seine Betonung der räumlichen Orientierung statt des zeitlichen Flusses. Es behandelt den Himmel als eine sphärische Kuppel, die den Beobachter umgibt, und teilt diese Kuppel in gleiche Erfahrungssektoren. Dieser geometrische Ansatz spricht Astrologen an, die mathematische Eleganz schätzen, und solche, die mit Techniken arbeiten, die die tatsächlichen Positionen der Planeten im lokalen Raum betonen. Das System hat besondere Anerkennung in der Mundanastrologie und bei Ansätzen gefunden, die die direkte Beziehung des Beobachters zur Himmelssphäre berücksichtigen.
Symbolisch spiegelt Campanus eine Weltanschauung wider, die auf Präsenz und Perspektive zentriert ist. Es deutet darauf hin, dass Bedeutung aus unserem Standort in Bezug auf den Kosmos entsteht—unserem buchstäblichen Horizont und der Himmelskuppel darüber. Diese räumliche Betonung regt zur Reflexion darüber an, wie Umgebung, Standort und Blickwinkel unsere Erfahrung der zwölf archetypischen Lebensbereiche prägen. Für diejenigen, die von geometrischer Schönheit und beobachtender Bewusstheit angezogen werden, bietet Campanus ein Häusersystem, das in der unmittelbaren, verkörperten Begegnung zwischen Erde und Himmel verankert ist.
◇ ✦ ◇